Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von „ Dr. Birgit Rommelspacher berichtet“. Heute möchte ich mich einem Thema annehmen, welches von der Wissenschaft über viele Jahrzehnte ignoriert wurde. Ich möchte über den Zusammenhang des als männlichen Sexualhormons bezeichneten Testosteron und der Frau berichten.

Viele Jahre alt es als erwiesen an, dass Testosteron bei der Frau nur eine untergeordnete Rolle spielt. Steigt die Konzentration des Hormons im Blut, so muss man damit rechnen, dass der Frau ein Bart wächst, die Stimme tiefer wird und sich riesige Muskelberge bilden – so zumindest die landläufige Meinung. Doch ist das tatsächlich der Fall?

Ich bin der Meinung, dass Testosteron für die Frau eine entscheidende Rolle in vielerlei Hinsicht spielt und werde darauf nun näher eingehen.

Generelles zum Hormonhaushalt

Unsere Hormone sichern den Fortbestand der Menschheit

Während Testosteron das männliche Sexualhormon zu sein scheint, ist Östrogen das weibliche Pendant. Männer brauchen viel Testosteron, Frauen viel Östrogen, so nahm man lange Zeit an.

Richtig ist jedoch, dass es sich bei dem Hormonspiegel um ein empfindliches System handelt, welches ausbalanciert sein muss. Der Mann benötigt demnach ein gewisses Level an Östrogen und die Frau ein gewisses Level an Testosteron.

Beide Hormone (und auch viele andere) erfüllen wichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Sie sind überlebenswichtig.

Testosteron und die Libido der Frau

Unsere Libido hat in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass die menschliche Rasse nicht ausstirbt. Sie ist Motor für unsere Vermehrung und die Fortpflanzung. Jüngste Studien haben gezeigt, dass Frauen mit einem besonders hohen Östrogenspiegel und einem niedrigen Testosteronspiegel eine geminderte Libido erleiden.

Das hängt nicht nur direkt mit dem Testosteronwert zusammen, sondern auch indirekt. Wer mehr Testosteron im Blut hat, bewegt sich mehr, verspürt mehr Tatendrang und hat weitere positive körperliche Effekte, auf die ich nachfolgend eingehen werden.

Testosteron und der Körperfettanteil

Übergewicht ist eine Geißel unserer Zeit. Es gibt starke Hinweise darauf, dass ein zu hoher Körperfettanteil für einen Großteil der bekannten Zivilisationskrankheiten verantwortlich ist. Testosteron ist enorm wichtig für den Prozess der Umwandlung von aufgenommener Energie. Je geringer der Testosteronspiegel, desto eher werden Kalorien in Form von Fett im Körper eingelagert. Das hat etliche negative Begleiterscheinungen.

Testosteronspiegel der Frau und ihr Empfinden von Glück

Testosteron spielt erwiesenermaßen eine große Rolle im Finden des persönlichen Glücks. Je niedriger der Testosteronspiegel, desto eher neigt ein Mensch dazu sich niedergeschlagen, lustlos und deprimiert zu fühlen.

Menschen die am frühen Morgen aufwachen, sich auf den Tag und seiner Herausforderungen freuen, haben tendenziell einen hohen Testosteronwert. Jene, die keinen Antrieb verspüren, leiden oft unter einem Testosteronmangel.

Was Frauen machen können um mehr Testosteron zu haben

Der Testosteronspiegel trägt dazu bei, dass wir glücklich sind

Es liegt auf der Hand, dass ein gesunder Testosteronspiegel erstrebenswert ist, doch wie erlangt man ihn?
Eins vorweg: Der Griff zu Testosteronpräparaten ist der vollkomme falsche Ansatz. Wird dem Körper künstliches Testosteron zugeführt, fährt er die körpereigene Produktion entsprechend herunter. Auf diese Weise tritt ein gegenteiliger Effekt ein und man wird langfristig auf die Injektion des Hormons angewiesen.

Ein deutlich nachhaltigerer Effekt tritt ein, wenn man die eigene Ernährung und Lebensweise überdenkt. Um Testosteron zu produzieren, benötigt der Körper eine ausgewogene Ernährung. Diese sollte in erster Linie aus den folgenden Lebensmitteln bestehen:

  • Fisch
  • Meeresfrüchte
  • Nachhaltiges Fleisch
  • Nüsse & Kerne
  • Gemüse
  • Früchte

Besonders wichtig sind sekundäre Pflanzenstoffe, die vor allem in grünem Gemüse vorkommen. Aber auch Nährstoffe, die sich typischerweise in Wurzeln befinden, tragen enorm zu einem gesunden Testosteronspiegel bei. Da wir diese im Laufe der Zeit nahezu vollkommen aus unserem Speiseplan gestrichen haben, gibt es Nahrungsergänzungsmittel wie Tribulus Terrestris, die hier einen Ausgleich schaffen können.

Ebenfalls wichtig ist, dass wir wieder lernen auf unser Hungergefühl zu hören. Es gibt in Deutschland kaum noch Menschen, die einmal richtig hungrig waren. Wir essen zu viel und zu häufig.

Darüber hinaus muss man in jedem Fall seine Bewegungsgewohnheiten überdenken. Sport und körperliche Aktivität sollten ein täglicher Begleiter sein. Vor allem enorm anstrengende Tätigkeiten fördern die Produktion von Testosteron.

Unser Körper ist nicht darauf ausgelegt den ganzen Tag auf einem Bürostuhl zu sitzen.

Ein weiterer Faktor ist der Mangel an UV-Strahlung. Unser Körper benötigt sie für die Produktion von Vitamin D, welches ebenfalls zur Testosteronproduktion verwendet wird. Da wir den Großteil des Tages in Gebäuden verbringen, sind wir viel zu selten den Sonnenstrahlen ausgesetzt.

Falls du als Frau Erfahrungen mit einem zu niedrigen Testosteronspiegel gemacht hast, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn du mir einen Kommentar mit deiner Meinung hinterlässt!